Vita

Antonius Adamske ist Dirigent und Organist. Als Ensembleleiter wirkt er im Sinne der historischen Aufführungspraxis insbesondere in der Alten Musik.

Er erhielt lange Unterricht beim Pianisten und Komponisten Bodo Frey, es schloss sich eine C-Kirchenmusikausbildung bei LKMD Johannes von Hoff in Oldenburg an. Er studierte an der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover Schulmusik mit dem Hauptfach Dirigat für Chor und Orchester bei Walter Nußbaum (Heidelberg). Hier dirigierte er u. a. für das internationale Symposium „Ein Blinder im Labyrinth“ (2014) Ligetis „Aventures“. Es folgte ein Studium der Historischen Orgel an der Schola Cantorum Basiliensis (Basel, Schweiz) bei Tobias Lindner. Meisterkurse belegte er mitunter bei Jan Scheerer, Manfred Schreier, Howard Arman und Sigrid T’Hooft. Auf dem Gebiet der historischen Aufführungspraxis, auch für zeitgenössische Musik, bildete er sich vielfach weiter. Impulse im privaten Dirigierunterricht erhielt er von Jörg Straube (Würzburg, Hannover) und Andrea Marcon (Basel, Venedig) sowie für das Cembalo von Sabine Erdmann (Berlin). Er wirkte als Assistant Conductor von Laurence Cummings (Internationale Händel-Festspiele Göttingen).

Seit Hannoveraner Studienzeiten leitete Adamske im Rahmen eines Kantorats den zuletzt 90-köpfigen Göttinger PetriChor sowie deren Ableger, den Kammerchor und das solistische Collegium Vocale. Zur Aufführung gelangten hier Kantaten und Oratorien von Bach, Graupner, Stölzel, Händel, Mozart, Mendelssohn Bartholdy, Spohr, Brahms, Reger u.v.m. Er dirigierte das „Göttinger Symphonie Orchester“, das „Philharmonische Kammerorchester Wernigerode“, das Potsdamer Barockorchester „Musica Affettuosa Borussica“, das „Ensemble Wunderkammer“ sowie das „Göttinger Barockorchester“. Für letzteres arbeitet Adamske als ständiger Projektleiter.

Er formt als Lehrbeauftragter für Chorleitung die vokale Universitätsmusik an der TU Clausthal. Neben Oratorien wie Telemanns „Daniel“ und Chorzyklen von Schubert, Brahms oder Herzogenberg führte er mit dem Universitätschor Clausthal Opern, nämlich Gershwins „Porgy and Bess“, Gossecs „Le triomphe de la republique“, Charpentiers „Acteon“ und „La descente d’Orphée aux enfers“ sowie Cavallieris „Rappresentatione“ (halbszenisch) auf. Er dirigierte zudem Lullys „Armide“ in einer szenischen Produktion. Diese wurde im Château de Pau (Frankreich) auf Einladung des Instituts Heinrich-Mann und im historischen UNESCO-Schlosstheater Valtice (Tschechien) auf Einladung der tschechischen Händel-Gesellschaft aufgenommen. Letzteres in Zusammenarbeit mit dem Ensemble für historischen Tanz „Hartig“ (Prag). Kurstätigkeiten im In- und Ausland (Frankreich, China) über Figurenlehre und Musizieren aus historischen Quellen schlossen sich an. Ab dem Sommersemester 2018 hält er an der TU eine Vorlesungsreihe zum mathematischen Prinzip in der Musik, sowie an der Georg-August-Universität Göttingen ein Seminar für Alte Musik und Historische Aufführungspraxis.

Adamske war Organist der Klosterkirche Nikolausberg, er initiierte 2015 die jährlich stattfindenden, viertägigen „Nikolausberger Musiktage“, die mit national und international renommierten Ensembles stattfinden. Er spielte mit Henryk Böhm eine Gesamtausgabe der Bach’schen Bass-Solokantaten auf SA-CD ein, die auf einer Tournée präsentiert wurde. Die Nordwest-Zeitung schrieb dazu: „Als Deuter historischer Spielpraxis hat sich […] Adamske bereits einen Namen erworben. Er hat Bachs Stimmlinien präzise herausgearbeitet.“ Die Kieler Nachrichten loben die CD als einen „in jeder Hinsicht starke[n] Auftritt“. 2019 gastieren Böhm und Adamske mit dem Programm in der Leipziger Thomaskirche sowie Dresdener Kreuzkirche.

Von der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit beauftragt, führte er ein breitenwirksames Chorprojekt zum Holocaust-Gedenktag 2016 durch. Er ist künstlerischer Leiter des „consortium vocale berlin e. V.“, einem Klangkörper für Alte und zeitgenössische Musik, sowie Studiochor der Hanns Eisler-Universität. Ausstrahlungen im RBB, zuletzt mit dem „Altbachischen Archiv“, und Einstudierungen für Meisterkurse gehören zu dessen Arbeitsfeld, anspruchsvolle Chorliteratur wie Lesurs „Cantiques“ wird verwirklicht.

Im 2018 wirkt er auf Einladung als Gastdirigent des renommierten Monteverdi-Chors Hamburg sowie des Vokalconsortes Leipzig. 2019 gastiert er mit Mendelssohn Bartholdys „Paulus“ beim Holland Konzert Chor.